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XTRA! 10/2004 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 10/2004
– Das Editorial: Literaturnobelpreis
für Elfriede Jelinek
Am
7. Oktober war die Sensation perfekt: Das Nobelpreiskomitee in Stockholm hat
der 57jährigen österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek („Die
Klavierspielerin“, „Lust“, „Ein Sportstück“, „Wolken.Heim“
„Raststätte oder Sie machen’s alle“, „Das Werk“ oder
„Bambiland“) den Literaturnobelpreis 2004 verliehen; die Übergabe der
mit 1,1 Millionen Euro dotierten Auszeichnung erfolgt am 10. Dezember, wobei
sich Jelinek, die sich über die Ehrung „mehr verzweifelt als erfreut“
zeigte, gegenwärtig außerstande sieht, der Zeremonie persönlich
beizuwohnen. Noch weniger erfreut als die Preisträgerin selbst
zeigte sich naturgemäß die Kronen Zeitung – kein Wunder, ließ man doch
in der Vergangenheit kaum eine Gelegenheit aus, Jelinek stets als
„Skandalschriftstellerin“ und ähnliches zu bezeichnen und
schlechtzumachen. Selbst der von uns allen kaum geschätzte Winde-Reimer
stellte sich dereinst mit einem G’stanzl ein: „Wenn Peymann nächstes Jahr, gottlob, die „Burg“ verläßt, sein Biotop, das er erfüllt mit Sumpfes Fäule, dann braucht es wohl noch eine Weile, bis daß die Bretter wieder blank und sich verzogen der Gestank des wahrlich penetranten Drecks der Mühls, Turrinis, Jelineks.“ Daran sei aus gegebenem Anlaß erinnert – und auch
daran, daß sich die Namen der letzten Zeile, bezogen auf das „Krone“-Biotop,
leicht ändern lassen: „der Dichands, Nennings, Martineks.“ Auf Dreck
reimt sich eben so manches… Elfriede Jelinek gebührt hingegen unsere
aufrichtigste Gratulation zu dieser großen internationalen Ehrung ihres
Werks und ihrer Person! Die Redaktion
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