XTRA!   04/ 2005

Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin



 

 

   
 

XTRA! 04/2005 – die inhaltlichen Schwerpunkte:

Cover: Freedom by Assocreation (Foto: Klaus Pichler).

Coverstory: Kunst und Körper – die Wiener Künstlergruppe Assocreation

Zwei Jahrzehnte Queer Films: „Panorama“ in Berlin und „identities“ in Wien.

Robert Waloch in Zum Beispiel: Zukunfts- und Farbenspiele.

Helmut Graupner in aufRecht: Böse Pornografie? Die Last des Gesetzes auf der Lust am Bild.

10 Jahre Travestie-Entertainment: Francesco Cardeloni im XTRA!-Interview.

Toter Grund in Gefahr! Leserbrief & Gastkommentar von Gemeinderat Rüdiger Maresch.

LesBiSchwule Gesundheit: Grenzenloser schwuler Sex.

Fasten – Massage – Meditation: Die Wellness-Woche für Schwule.

Queer as Folk: Schwuler TV-Kult auf DVD.

Eurocreme & Co. – Neues vom europäischen Gay-Porno-Markt.

„Tunnel des Grauens“, „Doing It“, „Overkill“ oder „Big Dick“ – Interessante Bücher, rezensiert von Mario Reinthaler.

Die beste Adresse – Der XTRA!-Kulturspaziergang, diesmal ausschließlich durch die Staatsoper.

Kylie Minogue in Wien: Somewhere over the Dancefloor…

„Tausend und Eins“: Rolando Villazón, Sir Simon Rattle und Rejane Magloire in der Opernloge.

Ein Stückerl Wien: Frühling auf der Donauinsel.

Hyperwings: Klein Tobi ohne große Liebe.

Café Flieder – Das zweite Wohnzimmer; Café Arte – That’s Entertainment; Traditionelle Küche im Mango-Labor; Drama – Der Club in der Ottakringer Brauerei; Disco-Umbau im Why Not; Kein koninginnedag 2005; @ttention – Discover Yourself; Vice Versa im Milord; Schwules Quiz & Livemusik in der Alten Lampe; Geile Sachen aus der Sling-Vitrine; Cannonball – Das energaytics-Finale – Tritsch, Tratsch, Nachrichten und jede Menge Szene-News.

60 Jahre „Totgeschlagen & Totgeschwiegen“; Kein Amnestiegesetz in Österreich; Neues vom tanztheater homunculus; Life Ball-Countdown; 10. Wiener Regenbogen Parade; Tantra & Ferien; Working for Equality; Waltraud Schütz verstorben… und zahlreiche weitere Neuigkeiten und Splitter.

Tips: A Tribute to A Chorus Line (nur!) am 23. April im Etablissement Ronacher; Pecker von John Waters am 28. April auf ZDF; Desperate Housewives & Sex and the City seit April auf PRO7 und ORF1; Engel in Amerika von 13. bis 16. Mai auf ARD.

Kalendarium für viereinhalb Wochen (14. April – 15. Mai) mit umfangreichem TV-Teil.

Alle relevanten Adressen in Wien und Umgebung!

Jede Menge Kleininserate!

Und natürlich vieles, vieles mehr im neuen XTRA! 04/2005!

XTRA! 04/2005: Ab 14. April überall präsent! Pünktlich! Punktgenau! Zuverlässig!
 

 


XTRA! 04/2005 – Das Editorial:

Endlich: Johannes Paul II. ist tot!

Mehr ist da eigentlich nicht zu sagen. Am 2. April 2005, ca. 21.37 Uhr, trat der Papst vor seinen Schöpfer. Nähere Angaben über die Ursache(n) erübrigen sich angesichts seines Alters (knapp 85 Jahre) und seines jahrelangen schweren Leidens (Parkinson, Tumore, Attentats-Spätfolgen); immerhin ging die Todesmeldung über ihn erstmals 1994 über die Agenturen. Homosexualität war für Johannes Paul II. Symptom einer „Kultur des Todes“ (wie unterschiedslos auch Abtreibung, Empfängnisregelung, Euthanasie), der er sein „Evangelium des Lebens“ mit erstaunenswerter Hartnäckigkeit entgegenhielt. Zur Entschuldigung könnte man höchstens anführen: Aufgrund seines Alters und seiner Herkunft lag schwul-lesbische Lebensrealität einfach weit außerhalb seines Horizonts. Daß er trotz Aids an einem völligen Verbot von Kondomen festhielt, rückt sein Wirken allerdings beinahe in eine strafrechtlich relevante Sphäre – Nur gut, daß sich in Afrika sogar katholische Institutionen darüber hinwegsetzen; den aktuellen Trend zum „Barebacking“ hat er hingegen wohl kaum inspiriert…

Viel wäre noch hinzuzufügen: Sein endgültiges Nein zum Weiheamt für die Frau, sein brutaler Kurs gegen die „Theologie der Befreiung“, seine bischöfliche Personalpolitik usw. Natürlich: Wo so viel Schatten ist, da war auch Licht! Aber davon war unmittelbar nach seinem seligen Dahinscheiden wahrhaft genug zu hören und zu sehen. Die Erleichterung über den Abgang des „Pontifex maximus“ ist innerhalb und außerhalb der römisch-katholischen Kirchen offenbar so groß, daß niemand zu einer differenziert-kritischen Beurteilung seines 27 Jahre dauernden Pontifikats bereit ist – Wozu auch die Mühe?! Und allen, die jetzt in Jubel verfallen und/oder Hoffnung schöpfen, sei ein altes Sprichwort ins Stammbuch geschrieben: Es kommt nix Besseres nach… Daher bleibt auch nach dem Tod von Johannes Paul II. die moralische Verpflichtung zum Kirchenaustritt aufrecht!

Die Redaktion