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XTRA! 04/ 2005 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 04/2005 – Das Editorial: Endlich:
Johannes Paul II. ist tot! Mehr
ist da eigentlich nicht zu sagen. Am 2. April 2005, ca. 21.37 Uhr, trat der
Papst vor seinen Schöpfer. Nähere Angaben über die Ursache(n) erübrigen
sich angesichts seines Alters (knapp 85 Jahre) und seines jahrelangen
schweren Leidens (Parkinson, Tumore, Attentats-Spätfolgen); immerhin ging
die Todesmeldung über ihn erstmals 1994 über die Agenturen. Homosexualität
war für Johannes Paul II. Symptom einer „Kultur des Todes“ (wie
unterschiedslos auch Abtreibung, Empfängnisregelung, Euthanasie), der er
sein „Evangelium des Lebens“ mit erstaunenswerter Hartnäckigkeit
entgegenhielt. Zur Entschuldigung könnte man höchstens anführen: Aufgrund
seines Alters und seiner Herkunft lag schwul-lesbische Lebensrealität
einfach weit außerhalb seines Horizonts. Daß er trotz Aids an einem völligen
Verbot von Kondomen festhielt, rückt sein Wirken allerdings beinahe in eine
strafrechtlich relevante Sphäre – Nur gut, daß sich in Afrika sogar
katholische Institutionen darüber hinwegsetzen; den aktuellen Trend zum „Barebacking“
hat er hingegen wohl kaum inspiriert… Viel
wäre noch hinzuzufügen: Sein endgültiges Nein zum Weiheamt für die Frau,
sein brutaler Kurs gegen die „Theologie der Befreiung“, seine bischöfliche
Personalpolitik usw. Natürlich: Wo so viel Schatten ist, da war auch Licht!
Aber davon war unmittelbar nach seinem seligen Dahinscheiden wahrhaft genug
zu hören und zu sehen. Die Erleichterung über den Abgang des „Pontifex
maximus“ ist innerhalb und außerhalb der römisch-katholischen Kirchen
offenbar so groß, daß niemand zu einer differenziert-kritischen
Beurteilung seines 27 Jahre dauernden Pontifikats bereit ist – Wozu auch
die Mühe?! Und allen, die jetzt in Jubel verfallen und/oder Hoffnung schöpfen,
sei ein altes Sprichwort ins Stammbuch geschrieben: Es
kommt nix Besseres nach… Daher bleibt auch nach dem Tod von Johannes
Paul II. die moralische Verpflichtung zum Kirchenaustritt aufrecht! Die
Redaktion |
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