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XTRA! 12/ 2005 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA!
12/2005 – Das Editorial: Homos raus aus der Kirche! Ende November veröffentlichte der Vatikan eine bereits im August von Papst Benedikt XVI. approbierte Instruktion zu Homosexualität und Priesteramt, in der erklärt wurde, daß Kandidaten mit „tiefsitzenden (!) homosexuellen Tendenzen“ für das Priesteramt ungeeignet seien. Dieses Dokument löste eine heftige Debatte aus, an der sich verschiedenste Einzelpersonen, Gruppierungen und Interessensvertretungen bis hin zu Mandataren politischer Parteien beteiligten und der katholischen Kirche Diskriminierung von Homosexuellen vorwarfen. Aber weshalb die große Verwunderung? Die r.k. Kirche ist nicht Verteidigerin von Menschenrechten (außer wenn’s ihr gerade paßt), und die Diskriminierung und Diffamierung der unterschiedlichsten Bervölkerungsgruppen (Frauen, Schwule und Lesben, Andersgläubige) war doch immer Teil des Konzepts – bzw. „Teil des göttlichen Schöpfungsplans“, wie sich deren Proponenten gerne ausdrücken. Vor allem: Was die Kirche will, braucht den Staat (und insbesondere seine PolitikerInnen) nicht zu kümmern, sonst gäbe es in Österreich weder Kondome noch die Anti-Baby-Pille, weder die Ehescheidung noch die Fristenlösung. Daß Männerbünde immer schon eine magische Anziehung auf gewisse Schwule ausgeübt haben, ist hinlänglich bekannt, und daran wird sich auch durch diese „Instruktion“ nichts ändern. Ob es überhaupt für schwule Priesteramtskandidaten hinkünftig notwendig sein wird, mit ihren „tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen“ im Priesterseminar etwas diskreter umzugehen, bleibt abzuwarten, denn eine unter derart enormen Nachwuchsproblemen leidende Institution wird es sich wahrscheinlich auf Dauer nicht leisten können, auf dieses Reservoir zu verzichten… Die
Redaktion |
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