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XTRA! 11/2006 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 11/2006 – Das Editorial: Wahnsinn – en gros & en detail Verrückte und Fanatiker machen in bezug auf Schwulenfeindlichkeit wieder verstärkt auf sich aufmerksam: In Jerusalem etwa verhinderten die gewaltsamen Proteste ultra-orthodoxer Juden die Abhaltung einer Homosexuellen-Parade – auch muslimische Repräsentanten und der Vatikan unterstützten die Absage der Veranstaltung. Und mit welchen Mitteln die Evangelikalen in den USA agieren, braucht an dieser Stelle wohl nicht explizit ausgeführt zu werden. Auch Österreich stellt diesbezüglich keine Insel der Seligen dar: Die immer noch amtierende ÖVP ist und bleibt ein eingefleischter Gegner der Anliegen Homosexueller; und als kürzlich die Stadt Wien bekanntgab, homosexuelle Paare als Pflegeeltern gewinnen zu wollen, unterstrichen insbesondere die Reaktionen der FPÖ – einer Partei also, die bei den Nationalratswahlen durchaus auch Stimmen aus Schwulenkreisen erhalten hatte –, wie man dort von Strache abwärts tatsächlich über uns denkt. Doch Wahnsinn gibt es eben überall – und sogar im kleinsten Rahmen, wie sich erst Ende Oktober in einem Wiener Schwulenlokal zeigte: Der Kellner des Lokals wurde Opfer eines Messerattentats eines offensichtlich psychisch Gestörten, der sich aus diffusen Gründen an Schwulen „rächen“ wollte. Vor den Übergriffen von Psychopathen ist man leider zu keiner Zeit und an keinem Ort sicher, diesen aber und ihren Aktionen (zu viel) medialen Platz zu widmen, verschafft ihnen ein Podium und birgt sohin gesehen auch massiv die Gefahr von Nachahmungstätern und Trittbrettfahrern in sich. Im Gegensatz zu anderen lesbischwulen Medien geht XTRA! daher auf das letztgenannte Geschehen wiegleich ähnliche – unbestritten tragische – Vorfälle in der Regel auch nicht näher ein.
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