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XTRA! 09/2007 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 09/2007 – Das Editorial: Der Papst in Österreich…Jetzt ist er also endlich wieder in Rom – Joseph Ratzinger alias Papst Benedikt XVI.! Dass die „Pilgerreise“ des Oberhaupts der r.k. Kirche nicht spurlos an der Mehrzahl der Menschen in Österreich vorübergegangen ist, ist vor allem auf die penetrante Medienpräsenz zurückzuführen. Die Tatsache, dass auch hierzulande die katholische Kirche – trotz eines Anteils von immerhin 67 % an (Taufschein-)Katholiken – längst zum Minderheitenprogramm verkommen ist, zeigte sich auch eindrucksvoll am ersten Tag des Papst-Besuchs: Gerade einmal 7.000 BesucherInnen sind zur Ansprache des „Heiligen Vaters“ am Hof im ersten Bezirk erschienen; bei den meisten von ihnen handelte es sich jedoch um SchülerInnen aus katholischen Privatschulen […], die man zu diesem Event herangekarrt hat. Bei so viel Gleichgültigkeit wundert es nicht, dass selbst die Gegenveranstaltungen nur spärlich Zulauf fanden. Zum Protestmarsch „Gegen Sexismus, Konservativismus und Homophobie des Vatikan“ vom Karlsplatz zum Stock-im-Eisen-Platz, mit dem das Bündnis „Nein zum Papstrummel“ am 7. September auf die dunklen Flecken der Politik des Vatikan, der r.k. Kirche und des Papstes hinweisen wollte, kamen knapp 150 TeilnehmerInnen. Lediglich der dänische Aktionskünstler Jan Egesborg ließ es sich nicht nehmen, auch zur Papstvisite anzureisen, um hierzulande sein satirisches Poster mit dem Text „Ich bin gegen Homosexualität aber für Pädophilie“ u.a. vor der Kunsthalle am Karlsplatz zu präsentieren (s. Abbildung S. 12). Insgesamt lässt sich sagen – und das bestätigen auch aktuelle Umfragen –, dass die meisten ÖsterreicherInnen mit dem Papst-Besuch keine großen Erwartungen verknüpften und sich auch keine Antworten auf aktuelle Probleme unserer Zeit erwarteten. Sohin gesehen wurde durch die Visite des Pontifex Maximus dieser Einschätzung auch weitgehend entsprochen. In einer von der „Presse“ (1./2.9.2007) veröffentlichten Umfrage antworteten 58 % der Katholiken (!) auf die Frage, ob es für sie reizvoll wäre, Papst Benedikt XVI. live zu erleben, mit einem „Nein“. Fazit: Der Papst war da – Benedetto! Jetzt ist er weg – detto bene! Die Redaktion |
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