XTRA! 12/2007

Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin



 

 

 

 

 

 

 

XTRA! 12/2007 – die inhaltlichen Schwerpunkte:

Cover: Hermes Phettberg.

Coverstory: Hermes Phettberg, Elender – Das berührende Filmporträt von Kurt Palm.

Robert Waloch in Zum Beispiel: EPfuispönixhomo:EHEzipfuiövPacs.

Homo : Foul – 50 Plakate zu Homosexualität und Fußball.

Wiener Welt Aids Tag 2007: „Together“ – nicht nur im Aids Hilfe Haus.

Helmut Graupner in aufRecht: Rechtsfreier Raum Chat?

LesBiSchwule Gesundheit: Augenheilkunde.

Barcelona Ende November: DER schwule Geheimtip für Shopping & Night Life.

Warten auf Walküren – der XTRA!-Kulturspaziergang.

Aktuelle CDs und DVDs – gehört und gesehen von Robert Fontane für die Opernloge.

„Gay Living“, „Alfons Haider – Geliebt. Verteufelt.“, „Maria Callas“, „Das andere Gesicht“ oder „Le Weekend“ – Interessante Bücher und eine DVD, rezensiert von Mario Reinthaler.

Ein Stückerl Wien: Weihnachtsasyl in der Lange Gasse.

News aus der Apollo Sauna; Café Joy goes Café Cheri; 1 Jahr Key West; Hereinspaziert in den Knast; 9. Orgia Epikurea im Kaiserbründl; Willkommen im Gay Club Date; Advent im Felixx; Neues aus der Alten Lampe; Sport Sauna- & BaKul-News; Winter + Love = subVersus; Jahreswechsel im Ricky-Imperium und Vanity wird Party-Club – Tritsch, Tratsch, Nachrichten und jede Menge Szene-News!

Grazer Tuntenball 2008; „86400 tiberius seconds“ – Die Präsentation; Österreich sucht seinen MrGay; Homophobe Hassrede im Parlament; liebeist.org – Das steirische Aufklärungsprojekt; Courage-Kampagne „Stoppt Homophobie“; Swing Swiss Gay Skiing 2008 und zahlreiche weitere interessante Neuigkeiten und Splitter.

Tips: „Men in Trees“ seit 3. Dezember auf ORF und ab 4. Jänner auch auf VOX; „,Der Alte‘ geht in Pension“, und zwar am 21. Dezember auf ORF2 und ZDF ; „The Deep End – Trügerische Stille“ am 22. Dezember auf ZDF; „Amour fou – Filme über Liebe und Besessenheit“ ab 8. Jänner auf 3sat; „Rosa Sitzung – Best of“ am 11. Jänner auf WDR; „Wenn die Liebe im Dreieck springt“ am 13. Jänner auf arte.

Kalendarium für fünfeinhalb Wochen (13. Dezember 2007 – 20. Jänner 2008) mit umfangreichem TV-Teil.

Termine Spezial: Weihnachten & Silvester – Die Feiertage in den Wiener Szene-Lokalen.

XTRA! 2008 – Alle redaktionellen Daten!

Alle relevanten Adressen in Wien und Umgebung!

Jede Menge Kleinanzeigen!

Vier Seiten Jus Amandi-Beiheftung!

Und natürlich vieles, vieles mehr im neuen XTRA! 12/2007!

XTRA! 12/2007: Ab 13. Dezember 2007 überall präsent!

Pünktlich! Punktgenau! Zuverlässig!

48 Seiten – komplett in Farbe!

 

 


XTRA! 12/2007 – Das Editorial:

Vom Bierzelt in die Land-Disco

In besseren Zeiten hat Jörg Haider nicht nur am Ende des Faschings ganze Hallen gefüllt, bei seinen Aschermittwochs-Auftritten in Ried zwischen 1992 und 2002 erwarteten die Leute von ihm deftige Unterhaltung als offizielles Argument für ein allgemeines Besäufnis und gegenseitiges Schenkelklopfen. Niemand wurde von ihm verschont, wenn er nicht in sein Weltbild passte; wer will, erinnert sich noch an das antisemitische Wortspiel mit „Ariel“ als Waschmittel aus dem Jahr 2001. Haiders Polit-Karriere war markiert durch eine Reihe von Ehrenbeleidigungsprozessen.

Die Zeiten haben sich geändert; auch optisch zum Alt-Politiker geworden, muss Haider nun schon zu einer „99-Cent-Party“ in einer Provinz-Disco abtauchen, um sich geliebt und begehrt zu fühlen. Die Kleine Zeitung berichtete am 19. November von seinem Besuch im „Tollhaus“ in Spittal a.d. Drau, doch erst als der Standard das Thema aufgriff, gab es in der Presse keinen Grund mehr für die übliche Wahrung der Privatsphäre – und drei Fotos machten die Runde, die den Landeshauptmann zusammen mit einigen bereits etwas derangiert wirkenden Jungmännern bei gemeinsamer Nutzung des Getränkeangebots zeigen; wohl unter Einwirkung von Alkohol kam es da zu Laokoon-artigen Gruppenbildern, aber nicht mit Dame, sondern mit Jörg. Und auf einmal war auch wieder ein Thema virulent, das Elfriede Jelinek schon 1991 erspürt hatte und dem sie am 27. Februar 2000 in der Berliner Tagespost einen Namen gab, als sie Haider als „Führer eines homoerotischen Männerbundes“ sah. Seine „Buberl-Partien“ wurden geradezu sprichwörtlich: Walter Meischberger, Peter Westenthaler, Uwe Scheuch oder Karlheinz Grasser seien als Beispiele genannt. Dass die Öffentlichkeit diesen Foto-Motiven nunmehr aber kaum noch News-Charakter zuspricht, lässt die Annahme zu, die Kombination von Haider, Landburschen und Alkohol sei längst schon bekannt, und es müsse nicht erneut aufgewärmt werden, was nur noch Schnee von gestern ist... Egal, ob und in welcher Weise Jörg Haider nun „geoutet“ wurde, Mitleid wäre fehl am Platz! Denn mit der Minderheit, die er politisch personifiziert, konnte sich nur Wolfgang Schüssel Gemeinsamkeit vorstellen...

Die Redaktion