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XTRA! 12/2007 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 12/2007 – Das Editorial: Vom Bierzelt in die Land-DiscoIn besseren Zeiten hat Jörg Haider nicht nur am Ende des Faschings ganze Hallen gefüllt, bei seinen Aschermittwochs-Auftritten in Ried zwischen 1992 und 2002 erwarteten die Leute von ihm deftige Unterhaltung als offizielles Argument für ein allgemeines Besäufnis und gegenseitiges Schenkelklopfen. Niemand wurde von ihm verschont, wenn er nicht in sein Weltbild passte; wer will, erinnert sich noch an das antisemitische Wortspiel mit „Ariel“ als Waschmittel aus dem Jahr 2001. Haiders Polit-Karriere war markiert durch eine Reihe von Ehrenbeleidigungsprozessen. Die Zeiten haben sich geändert; auch optisch zum Alt-Politiker geworden, muss Haider nun schon zu einer „99-Cent-Party“ in einer Provinz-Disco abtauchen, um sich geliebt und begehrt zu fühlen. Die Kleine Zeitung berichtete am 19. November von seinem Besuch im „Tollhaus“ in Spittal a.d. Drau, doch erst als der Standard das Thema aufgriff, gab es in der Presse keinen Grund mehr für die übliche Wahrung der Privatsphäre – und drei Fotos machten die Runde, die den Landeshauptmann zusammen mit einigen bereits etwas derangiert wirkenden Jungmännern bei gemeinsamer Nutzung des Getränkeangebots zeigen; wohl unter Einwirkung von Alkohol kam es da zu Laokoon-artigen Gruppenbildern, aber nicht mit Dame, sondern mit Jörg. Und auf einmal war auch wieder ein Thema virulent, das Elfriede Jelinek schon 1991 erspürt hatte und dem sie am 27. Februar 2000 in der Berliner Tagespost einen Namen gab, als sie Haider als „Führer eines homoerotischen Männerbundes“ sah. Seine „Buberl-Partien“ wurden geradezu sprichwörtlich: Walter Meischberger, Peter Westenthaler, Uwe Scheuch oder Karlheinz Grasser seien als Beispiele genannt. Dass die Öffentlichkeit diesen Foto-Motiven nunmehr aber kaum noch News-Charakter zuspricht, lässt die Annahme zu, die Kombination von Haider, Landburschen und Alkohol sei längst schon bekannt, und es müsse nicht erneut aufgewärmt werden, was nur noch Schnee von gestern ist... Egal, ob und in welcher Weise Jörg Haider nun „geoutet“ wurde, Mitleid wäre fehl am Platz! Denn mit der Minderheit, die er politisch personifiziert, konnte sich nur Wolfgang Schüssel Gemeinsamkeit vorstellen... Die Redaktion |
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