|
|
||||||
|
XTRA! 07/2008 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
|||||
|
|
||||||
|
|
||||||
|
||||||
|
|
XTRA! 07/2008 – Das Editorial: Stadion als Laufsteg Die EURO 2008 ist vorbei, die Wiener Ringstraße ist wieder offen für den Autoverkehr, und die Resümees – sportlich wie wirtschaftlich – sind längst schon gezogen. Darüber hinaus bleibt aber auch Erinnerung an 16 Teams mit je elf Spielern, an 176 Männer als greifbare Götter. Da wurden in Styling-Kolumnen Sixpacks gegeneinander ausgespielt oder Frisuren und Tattoos bewertet; die Bodies der Torhüter, Stürmer und Verteidiger waren – trotz aller Elfer-Erregung – Thema in den Fanzonen und daheim vor dem neuen Flat-Screen! Es gab bald schon – abseits von aller Tor-Begeisterung – eine Reihung dieser Male-Models; und jeder fand sich seinen Favoriten, mit dem er gerne das Spielfeld daheim geteilt hätte: Die prächtigen Torhüter wie Nikopolidis, der griechische George Clooney, Demirel, die türkische Testosteron-Bombe, oder Casillas, der spanische Grande, standen genauso zur Auswahl wie die deutschen „Dickköpfe“„ Ballack und Podolski oder Ronaldo, der makellose Jüngling im portugiesischen Team. Je nach Neigung entschied man sich für die französisch-afrikanische Erotik von Henry oder den russischen Buben Arshawin mit den vor Aufregung roten Wangen. Sie alle wurden Konkurrenten für das schwedische Calvin Klein-Model Fredrick Ljungberg. Durchgefallen war bei uns einzig der Italiener Gennaro Gattuso, der – vielleicht aus Verbitterung wegen seiner Sperre fürs Viertelfinale gegen Spanien (zwei gelbe Karten waren voraus gegangen) – der in Spanien für Schwule und Lesben bestehenden Möglichkeit einer Ehe nichts abgewinnen wollte und dem Reporter antwortete: „Ehe ist eine Sache zwischen Mann und Frau, denn ich glaube an meine Religion, die Werte einer Familie und an Kinder.“ Dieses Foul uns gegenüber ahnden wir mit einer Roten Karte und einem kräftigen Applaus für das spanische Sieger-Team: ¡OLÉ! Die Redaktion |
|
||||