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XTRA! 09/2008 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 09/2008 – Das Editorial: ES REICHT… Ja, es reicht, wenn ein- und dieselbe Partei dreimal in Folge eine Koalition platzen lässt, weil sie nicht damit zurecht kommt, Juniorpartner zu sein. Und es reicht ebenso, wenn just der für diesen Hat-Trick Verantwortliche – Wolfgang Schüssel also – seinem politischen Gegenüber Mangel an Charakter vorwirft. Da spricht wohl ein Blinder von der Farbe! Es reicht aber auch, sollten bei einer auf Österreich eventuell wieder zukommenden Großen Koalition all die altbekannten Gesichter neuerlich auftauchen, die schon bisher für manche von uns guter (?) Grund waren, von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch zu machen. Diese sich über viele Jahre hin aufdrängenden Gesichter wurden doch längst schon zu G'sichtern, G'friesern – und oft auch G'frastern! Da macht es keinen Unterschied, wenn aus einem Verteidigungsminister auf einmal ein Innenminister wird oder eine in den politischen Ruhestand der Volksanwaltschaft abservierte Justizsprecherin wieder – phantasma ex machina – aus ihrer Schottergrube auftaucht, um ausgerechnet diesen Innenminister zu ersetzen, weil der sich in seine Tiroler Erbpacht zurückgezogen hat. Andere wieder – wir bleiben bei der ÖVP, sind nun aber beim Zweiten Parlamentspräsidenten – kommen schon mit so alten Ansichten in ein neues Amt, dass man meinen könnte, diese Partei habe nur ihre Polit-Tiefkühltruhe abgetaut und sei dabei auf einen ihrer Ötzi-Mandatare gestoßen. Es mag schon stimmen, dass Adenauer erst mit 73 Jahren deutscher Bundeskanzler wurde, aber gerontologische Ausnahmen solcher Art sollten besser nicht als Argument für das in der Lichtenfelsgasse herrschende Senioren-Netzwerk herangezogen werden, denn Adenauer hatte als Begründung für neue Sichtweisen zumindest die Antwort: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“. Wir sollten also der ÖVP die Chance geben, sich nach 20 Jahren auf der Regierungsbank personell zu erneuern – am besten in der Opposition. Am Wahltag haben wir – wie es uns doch die Frau Außenminister bei anderer Gelegenheit so diplomatisch vorschlug – die Möglichkeit dazu. Nützen wir sie! Die Redaktion |
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