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XTRA! 10/2008 |
Österreichs größtes Schwulen- und Lesbenmagazin |
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XTRA! 10/2008 – Das Editorial: Jörg ist tot!Zwei Wochen nachdem er dem BZÖ bei den Nationalratswahlen einen ungeahnten Erfolg bescheren konnte, verunglückte der Kärntner Landeshauptmann am 11. Oktober 2008 auf dem Weg ins Bärental, wo wenige Stunden später der 90. Geburtstag seiner Mutter gefeiert hätte werden sollen, tödlich; er war 58 Jahre alt. So tragisch für alle Angehörigen und Freunde das unerwartete Ableben von Jörg Haider auch sein mag, so distanziert bleiben wir dennoch in bezug auf seine Person, denn wir sahen und sehen ihn ausschließlich als Politiker und nicht als (Landes-) Vater, Gatten oder Sohn! Zweifelsohne hat Jörg Haider seit den 1970er-Jahren mit seinem polarisierenden Agieren und Agitieren wie kaum ein anderer „Volksvertreter“ das politische Geschehen und Klima der II. Republik geprägt; Tiefschläge wurden locker weggesteckt und Comebacks triumphal inszeniert. Durch politische Querschüsse oder populistische Alleingänge (z.B. 1996 im Zuge der parlamentarischen Abstimmung zum legendären § 209 StGB) hat er unseren Interessen allerdings immer wieder geschadet – umgekehrt sah er sich auch selbst des öfteren einschlägigen Outings ausgesetzt (wie etwa der „Wien ist andersrum“-Kampagne mit dem Slogan „Jörg ist schwul“, den Verweisungen auf die „Buberlpartien“, der „Finocchio“-Anspielung oder erst kürzlich dem Vorstoß der FPÖ bezüglich eines Jugend-Disco-Besuchs), auf die er jedoch nie weiter eingegangen ist. Andererseits kann Jörg Haiders Tod für uns auch kaum Anlass zur Freude bedeuten, rückt er doch eine Wiedervereinigung des „rechten Lagers“ in noch greifbarere Nähe, was in der Folge eine rechts-rechte Koalitions-Option beizeiten durchaus nicht unwahrscheinlich erscheinen lässt; und bei einer solchen Konstellation würden LesBiSchwule Anliegen zweifelsohne noch mehr negiert bzw. (nicht einmal) ignoriert, als dies bei einer SPÖ-ÖVP-Koalition ohnedies bereits der Fall wäre… Die Redaktion |
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