► Cover: Grazer Tuntenball 2019 (Foto: Klaus Peter Frimmel-Walser / www.x-posed.at)XTRA!

► Cover Story: Skandal in Graz: Eindrücke vom 30. Tuntenball

► Viel Zirkus im Lusthaus: Style Bible-Präsentation für den 26. Life Ball

► Schock am Ball: Rosenball 2019 – Im Auftrag Ihrer Majestät

► 12. Diversity Ball: Die Ballnacht des Miteinanders

► Zero Discrimination Day: Die neue Kampagne der Aids Hilfen Österreichs

► Koninginnedag 2019: Vertragsverlängerung im Hard On

► Wohin fahren wir auf Urlaub?: Internationale Tourismusbörse Berlin

► Zweites Young Trans & Inter Camp: 24. – 28. Juli 2019 im Burgenland

► Robert Waloch in Zum Beispiel: Paare & Partner

► Helmut Graupner in aufRecht: Strafe für Eheschließung?

► Erwachen mit Dreamlens: Nie wieder Brille oder Kontaktlinsen!

► Die Mitte der Welt: Werner Sobotka inszeniert Andreas Steinhöfel im Renaissancetheater

► Tom à la ferme: Am Land ist es immer finster…

► Im Leichenschauhaus: English Theatre Vienna

► Am___Strich: Tausend und keine Nacht – Geschichten, die das Szene-Leben schrieb

► Gossip, Gossip: Oscar 2019 – ziemlich pink: Internet-Tratsch zum Thema

► Adieu!: Karl Lagerfeld (1933 – 2019)

► Schlafen Sie gut, Herr Tucholsky: In memoriam Werner Schneyder

► Debüt-Album „Legende“: Eine düster-romantische Hommage an die Liebe

► Dichtes Programm: Der XTRA!-Kulturspaziergang

► Der XTRA!-Bücherschrank: Das Homo Littera Frühlings-Special:
Jo L. Fellner: Winter im Frühling; Homo Littera 2018; Tanja Meurer: Der Rebell, Homo Littera 2018; Stephan Klemann: Lavat – Ein teuflischer Plan: Homo Littera 2018; Sybille Schönherr: Lesbe auf Butterfahrt; Homo Littera 2018; Cassidy Starr: (Un)Fair Play; Homo Littera 2017; Conny Reinhard: Sirius B – die Konfrontation; Homo Littera 2018

► Internationale Neuigkeiten & Splitter:
US: Special Illusions; US: Golden wedding soon; US Gay Peeping Tom; US: Jussie, Jussie; US: Nude in the kitchen; GB: Liposuction; DE: Jens gegen Jens?; DE: Peinlich, peinlich; SK: Suzana prezidentka?; EG: Ehrenmann, merci!; TH: World Equality; AU: Breathtakinly arrogant

► Österreich-Splitter & Community-News
Ja, aber…; Lebenslang + 15; Trotz Kritik; Heilung kostet halt; Europäische Schärpe an Österreich; 30 Jahre Apollo Sauna; Willkommen im Ropp; Club Kreativ Faschingsfest; Löwenherz 1: Tina Anders; Löwenherz 2: Gunther Geltinger; Schubladendenken; „Straight“-Premiere in Wien; Alles für’n Hugo @ Rabenhof; Jö schau: Georg Danzer; In memoriam Elizabeth T. Spira

► Veranstaltungen
Ausgewählte Community-Termine für den Erscheinungszeitraum (28. März – 12. Mai 2019)
Regelmäßige wöchentliche Termine farblich hervorgehoben!
(Terminerfassung in ausschließlicher Eigenverantwortung der Veranstalter!)

► Vier Seiten Jus Amandi-Beiheftung!

► Und natürlich vieles mehr im neuen XTRA! 352!

► XTRA! 352 – ab 28. März 2019 überall präsent!

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DAS EDITORIAL

DIE BÖSEN, BÖSEN MÄNNER

Surft man heutzutage durch die medialen Klagemauern, ist die hier zu lesende Überschrift bereits ein Pleonasmus oder – mag sein – eine Tautologie, denn der Mann anno 2019 ist per se böse. Dahingehend gibt es weitere Steigerungen…

Der attributive Neologismus pöse“ ist eine semantische Spielerei; ergänzende Details  wie „weiß“, „alt“ oder „dick“ etc. – verweisen in spezielle Nischen, die selbstredend nichts mit Hate-Speech zu tun haben, sondern nur die schlimme Realität beschreiben, wie sie überall anzutreffen ist, wo Männer noch außer Haus gehen dürfen, ohne sich zuvor bei der ihnen zugeordneten Kontrollstelle gemeldet zu haben…

Diese grauen Wölfe oder auch „Silberrücken“ genannten Exemplare nützen dann gerne öffentliche Verkehrsmittel, um ihren Wirkungskreis auszureizen – z. B. durch „Öffi-Wichserei“ (Copyright Stefanie Sargnagel) oder Manspreading. Wenn hingegen in einem Kaffeehaus Handtasche und Überbekleidung auf einem Sessel des Nebentisches der sich ausbreitenden Besitzerin deponiert werden, ist das nicht vergleichbar. Würde sie vom – natürlich grantigen – Ober gebeten, das zu ändern, wäre diese Aufforderung wohl eine krasse Form von Mansplaining und somit eine Vorstufe von toxischer Männlichkeit, wie sie zum Lieblingsthema neuer Sachbücher wurde – allesamt von Frauen verfasst. Der Hang, als Mann gelegentlich untereinander bleiben zu wollen, ist inakzeptabel – male only darf ein Gastwirt sein Lokal nicht widmen, das wäre eine krasse Form von Diskriminierung, würden dort doch mit Sicherheit Netzwerke installiert, die prompt zu einer Herrschaft der Phallokratie führten…

Als einzige männliche Unterart, die allgemein zumindest hingenommen wird, gilt der junge schwule Mann. Der ist „süüüß“ – wie etwa bei einer Wiener Aufführungsserie von „Straight“ sowohl auf der Bühne wie auch im Publikum festzustellen war. Dass dieses Urteil vor allem von weiblicher Seite gefällt wird, mag ein zusätzlicher Grund für die weltweit um sich greifenden Sorgen der unfreiwillig solitär lebenden Incels sein. Beratung und Hilfsangebote für Männer gibt es zwar, aber Maskulisten haben – im Gegensatz zu ihrem Gegenteil – nur wenig Anspruch auf Zuspruch. Dafür gibt es aber – vor allem in den Beilagen liberaler Medien – einen sich ausweitenden Themenbereich „Männer und MakeUp“. Wo früher mit einem Bart ausgeholfen wurde, dafür muss heute schon eine teure Creme kaschierend bereitstehen. Die richtige Mascara-Wahl wird am Arbeitsplatz zum Einstiegsthema bei Berichten vom Wochenende im Thermen-Hotel. Weitere Ablehnung dieses Angebots oder aber auch das Beharren auf altmodischer Farbentrennung in Blau und Rosa ist psychotherapeutisch zu behandeln…

Die alleinige Bedeutung des Mannes beschränkt sich somit auf seine Samenspender-Funktion, wobei aber die Gefahr der Weitergabe männlicher Minderwertigkeit mittels DNA nicht übersehen werden darf. Wenn aber so ein nach Testosteron dampfender Kerl ganz ohne Minderwertigkeitsgefühl auftritt und sich ideal ergänzend dazu grinsend im Schritt kratzt, ist man doch recht froh, dass es eine solche Spezies immer noch gibt…

Die Redaktion