2012 | 278

XTRA! 2012 | 278

XTRA! 2012 | 278

Cover: Boy George bei Pride Lake 2012 (© www.pridelake.com)

► Coverstory: 1. Pride Lake-Festival: Der Bodensee wird rosa!

► Im Gespräch mit Alois Krabb: Der neue Vorsitzende der GayCopsAustria im XTRA!-Interview

► Was wurde aus…?: Wiener Szene-Lokale im Wandel der Zeit (Teil 1)

Robert Waloch in Zum Beispiel: Die üblichen Verdächtigen bei Szene-Terminen

Helmut Graupner in aufRecht: Sex zwischen HIV-Positiven ist nicht strafbar

► LesBiSchwule & TransGender Gesundheit: Der Rückenschmerz – Das „Kreuz“ mit dem „Kreuz“

► Das „besondere“ Festival schamloser Kultur: Nach der Premiere

► Regenbogenführungen an der Universität Wien

► Gossip, Gossip: Chorknaben & Betschwestern – Internet-Tratsch zum Thema

Rund um Tisch und Küche: Spargelsaison in Harriettes Küchenkastl

► Ja, das ist klassisch!: Der XTRA!-Kulturspaziergang

► Am___Strich: Streetworker – Geschichten, die das Szene-Leben schrieb

► Internationale Splitter und Meldungen:
UN: Idaho Day; US: Visible; CL: NS-Traditionen?; DE: TV-Moritaten; DE: Spurensuche; DE: Gay Tantra Extase-DVDs; DE: MILK 2012; FR: Konkurrenz? Sl: Familienwerte; UA: Am Rande; RU: Schande; LR: Nobel? ZA: Spieglein, Spieglein

► Österreich-Splitter
George Michael; Lady & Madonna; Elementare Studie; LSBT-Studie; Neue Juden; Ich kann mich erinnern…; Regenbogenfamilien in Österreich; Aus für Aids-Stammtisch; Club Kreativ-Spendenübergabe; Vienna Fetish Spring; Life Ball-Fashion-Show

► Community-News:
Crazy Club-Eröffnung; Idaho-Night by QueerAmnesty; Ostern @ Cheri; Vier Jahre Rifugio & Wolfgang; Sling: Vienna Marathon – Läufer als Models; XTRA!-Staffel beim VCM-Marathon 2012; 3 Jahre MiGay

► Veranstaltungen:
Community-Termine für den Erscheinungszeitraum (26. April – 3. Juni 2012)
Regelmäßige, wöchentliche Termine übersichtlich kompiliert

► Termine TV + Movie:
Interessante Fernseh-Hinweise für den Erscheinungszeitraum (26. April – 3. Juni 2012)

► XTRA!-TV- und Filmempfehlungen:
„Du sollst nicht lieben“: Mittwoch, 09. Mai 2012, 23.10 Uhr, Arte
„American History X“: Donnerstag, 10. Mai 2012, 22.30 Uhr, VOX
„Brüno“: Donnerstag, 17. Mai 2012, 23.40 Uhr, ORF1
„All You Need Is Love“: Dienstag, 22. Mai 2012, 30.15 Uhr, Sat1

► Alle relevanten Adressen in Wien und Umgebung!

► Zahlreiche Klein- und Kontaktanzeigen!

► Und natürlich vieles, vieles mehr im neuen XTRA! 278!

► XTRA! 278 – ab 26. April 2012 überall präsent!

► Pünktlich! Punktgenau! Zuverlässig!

XTRA! 278/2012 – DAS EDITORIAL:


Ausgereimt…

Der Dichand wird schon alt, es narrt ihn
ein blöder Dichter namens Martin.
Geboren einst als Martinek
reimt täglich er den letzten Dreck.
Man würde glauben, dieser Homo
polemisiert – wenn schon – pro domo;
doch macht er Brüder nieder, so sie
sich exponieren in der HOSI.
„Auch wenn drauf schwört die Rotpartei.“,
So lässt er täglich Winde frei.
Ein kleiner, armer aber frecher,
komplexzerfress’ner Versverbrecher.

Unter Hans Dichands rechter Fuchtel
duckt sich die Kronenzeitungsschwuchtel.
Als Tastentunte eine Schande
für alle Schwulen hier im Lande
ist sie schon so weit korrumpiert,
dass sie sich nicht einmal geniert,
wenn sie gen ihresgleichen schreibt
und miese Reime-Blüten treibt.
Ob Martin oder Martinek
DER Stecken, der ist voll von Dreck!

Nur zwei – jedoch überaus bezeichnende – Reflexionen auf die Reime-Schmiede-Manufaktur Wolf Martin, die fast ein Viertel Jahrhundert lang das Kronenzeitungs-Imperium „versierend“ zu begleiten verstand; die erste Elegie stammt aus Werner Schneyders „Abschiedsabend“ (1995), die zweite aus einem Leserbrief von XTRA!-Mitarbeiter Robert Waloch an die „Neue Kronenzeitung“ aus 1997.

Wie auch immer: Hans Dichand (1921–2010) ist seit zwei Jahren Krone-Geschichte, und vor Kurzem folgte ihm auch sein jahrzehntelanges „In den Wind gereimt“es Lyriker-Alter-Ego Wolf Martin: 23 Jahre lang Endreimer der KronenZeitung, resignierte er – „gesundheitsbedingt“, wie am 31. März in einem von m.s. (Marga Swoboda?) etwas rührselig formulierten Begleittext zum letzten, ultimativen Erguss des Poeten mitgeteilt wurde.
Als Wolfgang Martinek einst nicht nur engagierter „Sozialist“, sondern vor allem auch „Homosexuellen-Aktivist“ und Gründungsmitglied der HOSI Wien – von dort aber im Unfrieden geschieden –, fand der Kolumnist in der „Krone“ die ihm und seinen Absichten adäquate finale Heimat. Etliche seiner 1989 erstmals erschienenen „G’stanzeln“ waren für Schwule sehr beleidigend, mit anderen Mehrzeilern versuchte Martin sich wieder anzubiedern – was aber kaum je gelang.
In prosaischer Kürze also: Am 12. April 2012 erlag Wolfgang Martinek 64jährig seiner schweren Krankheit. Unsere Trauer hält sich in Grenzen, ein Feindbild weniger! Dennoch: Niemals kommt etwas Besseres nach, schon gar nicht bei der „Krone“…!

Die Redaktion