Höchstgerichtliche Klärung

Kann bestehende Homosexualität trotz gesellschaftlicher Veränderungen als Druckmittel eingesetzt werden? Auf diese dem OGH gestellte Frage antwortete der Senat: Es kommt auf das Umfeld an, in manchen Bereichen durchaus. Auslöser für diese gerichtliche Reaktion war der Fall eines jungen Kärntners, der – über mehrere Jahre – insgesamt an die 70.000 Euro an seinen Erpresser gezahlt hatte und von ihm auch zu sexuellen Handlungen genötigt wurde. Für die Erpressung gab es zwei Jahre Haft. Zum Vorwurf der sexuellen Nötigung urteilte ein Klagenfurter Richter jedoch, mit Homosexualität könne niemand genötigt werden. Dieses Urteil wurde nun vom Höchstgericht korrigiert: „Es macht einen Unterschied, ob sich das in einem kleinen Ort abspielt, wie im konkreten Fall, oder ob es um Besucher des Life Balls geht.“ Allerdings bezieht sich dieses Entscheidung auf die Jahre 2001 bis 2003, ob sich heute etwas geändert hätte, ist fraglich – es wird neu verhandelt…