LARS VAN ROOSENDAAL

Anlässlich der „Monkey Sergeant Leather Launchparty“ am 27. Juli wurde im Fetch Shop Vienna (5., Schönbrunner Straße 68) eine Ausstellung mit Werken vonLars van Roosendaal organisiert. Die One Night Only-Ausstellung war schon am späten Nachmittag gut besucht. XTRA! konnte mit dem Künstler über seinen Werdegang sprechen.

LARS VAN ROOSENDAAL
LARS VAN ROOSENDAAL

Lars van Roosendaal (geb. 1977 in Leiden, Niederlande) kreierte Urban Sketches, Illustrationen für Magazine, Bücher, Plakate und Musikalben sowie Kunstinstallationen im öffentlichen Raum. Er visualisierte seine Ideen sowohl mit traditionellen analogen als auch mit digitalen Medien. Seine Werke erzählen verträumte Geschichten voller verwunschener Details, die einladen, sich im Dargestellten zu verlieren.

In seiner Jugend besuchte Van Roosendaal wöchentlich Mal- und Zeichenkurse; nach dem abgebrochenen Studium an der Design Academy in Eindhoven und seiner Ausbildung zum Grafik-Designer an der Werbe-Akademie Wien fand van Roosendaal über Umwege zurück zu seiner Leidenschaft für freie visuelle Gestaltung seiner Ideenwelten auf Papier und Leinwand. Die Wahl seiner Projekte spiegelt sein soziales und gesellschaftliches Engagement wieder. Von 2009 bis 2013 entwickelt er ein visuelles Leitsystem für den Life Ball im und vor dem Wiener Rathaus.

Um Anrainer auf die verborgene Schönheit der eigenen Wohnumgebung aufmerksam zu machen, nutzte van Roosendaal 2014 leer stehende Wiener Erdgeschoßzonen für das Projekt „Wie(n) verzaubert – der Stadtmärchenpfad“. Das Projekt mündete in neun Märcheninstallationen mit Dioramen, einem Animationskurzfilm, Lichtinstallationen und Improtheater, die 2015 in der Reindorfgasse im 15. und 2016/17 im Freihausviertel im 4. Wiener Bezirk gezeigt wurden. TV- und Radio-Sender sowie Print- und Online-Medien berichteten über das Projekt, das mit dem Do-it-yourself-Award ausgezeichnet wurde. Als sich Lars van Roosendaal mit digitaler Illustration auseinandersetzte und 2017 ein Concept Art für eine fiktive Erweiterung von Disneyland Paris zeichnete, löste er sich allmählich von der Bezeichnung „Werbegrafiker“ und entwickelte sich zum freien Illustrator und Künstler.

Auf der Insel griechischen Insel Zakynthos setzt van Roosendaal sich in seinen Bildern mit Themen wie existentiellen Ängsten, Sexualität und HIV/Aids auseinander. Seine Arbeiten zeigen eine romantische Sehnsucht nach dem verschwindenden Örtlichen in einer globalisierten Welt sowie den Zusammenhalt von Communities. Als wichtigen Einfluss nennt der Künstler die Märchenwelten von Anton Pieck im holländischen Themenpark Efteling sowie den visuellen Reichtum von den hunderten Künstlern, die über die Jahrzehnte für The Walt Disney Company gearbeitet und ihre Vorstellungskraft und Emotion in erzählerischen Bildern verwirklicht haben.

Van Roosendaal hat einen Fachhochschulabschluss im Internationalen Kommunikationsmanagement am Institut für Europäische Studien in Den Haag (NL) absolviert. Er lebt und arbeitet derzeit mit seinem Mann Mario Amiro in Wien.

Seine nächste Ausstellung ist ab 15. September im „Yella Yella!“ in der Seestadt Aspern (22., Maria-Tusch-Straße 2) zu sehen.