(Nicht) Gesichtet…

Der Juli ist da, und wichtige Community-Events für 2018 sind bereits wieder Geschichte: So etwa der Life Ball, der am 2. Juni in seiner 25. Auflage zugleich auch sein 25-Jahre-Jubiläum feierte. Trotz des aufwändigen „Sound of Music“-Mottos samt mitreißender Eröffnungs-Show sowie trotz etlicher Nebenveranstaltungen (wie das „Life+ Celebration Concert“ oder „Life Ball Next Generation“) mussten sich Life Ball-Chef Gery Keszler und sein Team diesmal mit einem Erlös von ca. € 1,3 Millionen zufrieden geben, was im Vergleich zum Vorjahr einen neuerlichen Rückschritt bedeutet…

Vom 2. bis 17. Juni lief dann die 7. Vienna Pride, deren Höhepunkt am 16. Juni die 23. Regenbogenparade darstellte; das Pride Village am Rathausplatz gab’s ab 12. Juni – da war der Besuch aber äußerst „mau“. Auch zur offiziellen Inauguration am 13. Juni mit diversen Ansprachen von Organisatoren und Politikern stellte sich nicht viel Publikum ein, detto am 14. Juni zum Drag Queen-Contest mit der Kür der „Miss Vienna Pride“, u.a. mit Alfons Haider in der Jury. Erst Freitag und speziell Samstag bei der Celebration war dann „volles Haus“ – bzw. „voller Platz“ – angesagt. Bürgermeister Michael Ludwig soll zwar am Eröffnungstag am Rathausplatz gesichtet worden sein, bei den Reden glänzte er aber beim Opening ebenso wie bei der Celebration durch Abwesenheit…

Apropos gesichtet, apropos Gery Keszler und Alfons Haider: Am 20. Juni lud Sebastian Kurz anlässlich seiner ersten sechs Monate als Bundeskanzler zu seinem ersten Kanzlerfest ins Palais Schönburg –  polizeilich abgeriegelt durch eine „Bannmeile“, um die Gegendemonstration vom Geschehen fern zu halten. Gesichtet wurden da u.a. Alfons Haider und Gery Keszler – aber eben nicht unter den Teilnehmern der Gegen-Demo, sondern (neben Arabella Kiesbauer, Cesár Sampson oder Alexander Wrabetz) beim High-Society-Happening in der Rainergasse! Conclusio: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ – man muss sich „in Zeiten wie diesen“ eben nach der Decke strecken…

Da loben wir uns doch Rainhard Fendrich, der der ÖVP in Bezug auf sein Comeback wohl einiges zu verdanken hat, der es sich jedoch im November 2017 – beim Live-Act einer großen Privatveranstaltung – nicht nehmen ließ, den dort ebenfalls anwesenden Sebastian Kurz bezüglich der unmittelbar bevorstehenden Koalition mit der FPÖ von der Bühne aus massiv zu kritisieren. Angeblich gab’s auf Grund des „Eklats“ für Fendrich „keine Gage“, anderen Berichten zufolge soll er auf sein Salär verzichtet bzw. es rücküberwiesen haben…

Wie auch immer: Natürlich ist es undiplomatisch, die Hand, die einen füttert, zu beißen – doch es gibt Grenzen; und sohin gesehen muss man wahrlich nicht jeden Frosch küssen – und sich in jedes Bett legen…

Die Redaktion