Sommer-Löcher…

Die Hundstage – das ist üblicherweise der Zeitraum zwischen 22. Juli und 23. August – hatten Österreich in diesem Jahr voll im Griff; mit ihnen praktisch zeitgleich einher geht für gewöhnlich auch das mediale Sommerloch – und das galt es auch heuer wieder zu füllen…

Beispielsweise mit den gesundheitlichen Problemen von Niki Lauda, der nach einer schweren Infektion eine neue Lunge erhalten hat; uns allen ist der Air-Liner und Ex-Formel-1-Weltmeister vornehmlich auch durch seinen „patscherten Life Ball-Sager“ über die Gäste dieser Veranstaltung, die im Anschluss den (Rathaus-)Park für ungeschützte sexuelle Begegnungen nützten, erinnerlich sowie durch seine mediale „Empörung“ über das erste männliche gleichgeschlechtliche Paar (Alfons Haider & Vadim Garbuzov) beim ORF-Format „Dancing Stars“…

Dann war da Wolfgang Ambros, der im Interview mit der SZ über die Regierung und insbesondere über die FPÖ herzog, in der er „viele braune Haufen“ wähnte – was ihm naturgemäß harsche Kritik aus Polit-Kreisen einbrachte, allerdings auch für Schlagzeilen bis hin nach Ägypten und für Charts-Top-Platzierungen remixeder Titel sorgte…

Ganz unrecht mit seinen Ausführungen dürfte „Wolferl“ aber nicht haben, das zeigte sich Mitte August im Posting von Bruno Weber, FPÖ-Stadtrat aus Amstetten, der anlässlich eines Sujets der neuen ÖBB-Kampagne für die „Vorteilscard Family“ (das zwei Männer, einen davon dunkelhäufig, mit einem Baby auf dem Arm auf einem Bahnsteig zeigt) meinte: „Das ist doch nicht normal! 2 vermeintliche Schwuchteln mit Baby und davon noch ein Neger“…

Und ganz von ungefähr wird es auch nicht kommen, dass die von der FPÖ gestellte (Rechts-)Außenministerin Karin Kneissl zu ihrer Hochzeit ausgerechnet den deklariert homophoben russischen Präsidenten „Zar“ Wladimir Putin eingeladen hat – der es sich im übrigen auch nicht nehmen ließ, am 18. August in der Südsteiermark als Gratulant vorbeizuschauen, ehe er abends bereits der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Schloss Meseberg nahe Berlin seine Aufwartung machte…

Den Vogel schoss aber das Bundesasylamt mit dem negativen Bescheid für einen schwulen Asylwerber aus Afghanistan ab: Weder sein Gang, noch sein Gehabe oder auch seine Kleidung hätten „nur annähernd darauf hingedeutet, dass“ er „homosexuell“ sei, erkannte ein Beamter aus Wiener Neustadt, der beim Betroffenen zudem ein Aggressionspotential ortete, das „bei einem Homosexuellen nicht zu erwarten wäre“…

So etwas rührt wohl daher, dass Otto Normalverbraucher (und somit auch der Amtsschimmel) bei TV-Reportagen über Life Ball, Regenbogenball, Parade, Pride Village etc. stets nur mit affektierten, „schräg-schrillen“ Tunten & Freizeittransvestiten konfrontiert wird – und eben nie mit der Realität…

Die Redaktion