Wünsche für 2018…

„Der Wind hat sich gedreht im Lande“ wusste über Deutschland Franz Joseph Degenhardt (der uns im November 2011 knapp vor seinem 80. Geburtstag verlassen hat) schon 1980 auf seinem gleichnamigen Album. Fast vier Jahrzehnte später kann man das nach der Nationalratswahl vom 15. Oktober 2017 wohl auch auf Österreich ummünzen: Der Wind hat sich gedreht im Lande, und er wird sich türkis-blau gefärbt noch gewaltig weiter drehen! Ist in Deutschland beispielsweise das „Dritte Geschlecht“ bereits höchstgerichtlich angeordnet, stimmte die Bevölkerung in Australien (!) bei einer Volksbefragung mit knapp 62 % für die „Ehe für alle“, so rücken hierzulande nicht nur noch nicht erkämpfte Rechte für gleichgeschlechtlich Liebende in weite Ferne, sondern auch errungene – wie zuletzt etwa die „Ehe für alle“ – könnten wieder in Frage gestellt werden!

Dieser Tage spielte Bettina Wegner, eine „Berufskollegin“ von „Väterchen Franz“, in Wien eines ihrer inzwischen äußerst rar gewordenen Konzerte und publizierte zudem aus Anlass ihres 70ers am 4. November 2017 unter der Leiste „Was ich zu sagen hatte“ eine CD-Box mit 120 Liedern aus 50 Jahren; im begleitenden Booklet findet sich ein ausführliches Interview mit ihrem langjährigen Freund & Bühnenpartner Karsten Troyke, deren Schlusspassage wir euch nachfolgend präsentieren wollen.

Da fragt Karsten Troyke nämlich: „Vor Deinem Wunschlied „Wenn alle Menschen dieser Erde“ sagst Du oft in Konzerten: „Ich weiß, dass sich meine Wünsche und Träume in meinem Leben nicht mehr erfüllen werden…“ und meinst damit vor allem eine politisch friedliche, bessere Welt. Hast Du trotzdem ein Bild von der Zukunft (…)? Nicht nur als Wunsch?“

Und darauf antwortet Bettina Wegner: „Nein. Habe ich nicht mehr. Im Gegenteil. Immer noch würde ich sagen: ich wünsche mir… Aber je älter ich werde und je länger ich Zeit habe, die Erde und die Menschen, die auf ihr leben, anzugucken, ist es so, dass meine Wünsche immer bescheidener werden. Der einzige Wunsch, den ich eigentlich noch übrig habe, ist, dass die Menschen sich einfach als Menschen behandeln. (…) Das, was in unserer Welt zurzeit geschieht, gereicht nicht gerade dazu, die Hoffnung groß zu halten. Es reicht gerade noch dazu, ein bisschen festzuhalten von der Hoffnung. Ich möchte nur, dass die Menschen sich als Menschen behandeln und begreifen. Mehr nicht.“

Wir von XTRA! können uns solch prägnanten Worten nur anschließen und haben ihnen aus unserer Sicht auch nichts hinzuzufügen. Sohin gesehen wünschen wir euch und uns allen mit diesen Zeilen in der „ersten Zugabe“ nach dem 25-Jahre-Jubiläum von XTRA! eine friedvolle Zeit, schöne Feiertage & einen guten Rutsch und freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen mit Heft 340 – Prosit 2018!

Die Redaktion