DAS EDITORIAL

Comeback-Events

Die längsten Tage des Jahres sind da – und mit ihnen gehören zwei Großveranstaltungen der Community, die im Vorjahr eine Pause eingelegt haben, schon wieder der Vergangenheit an: der Life Ball und die Vienna Pride!

Beim Life Ball haben die Organisatoren an einer Neuausrichtung und Überarbeitung des Konzeptes gewerkt, was eine entsprechende Vorbereitungszeit beansprucht und daher 2016 keinen derartigen Event zugelassen hat. Der 24. Life Ball ging somit erst am 10. Juni 2017 über die Bühne, und der Relaunch kann – wenigstens, was die via TV auch in die Wohnzimmer übertragene Eröffnung anbelangt – als durchaus gelungen bezeichnet werden, was vor allem wohl auch der Moderation von Conchita & Verena Scheitz zu verdanken ist.

Dass innerhalb des Rathauses nicht alles so funktioniert hat, wie man sich das vorgestellt hatte, dass so manche Gäste etwas frühzeitiger wieder abzogen und dass auch das „Endergebnis“ (möglicherweise) hinter mancher (hoher) Erwartung zurück geblieben ist, sollte Gery Keszler und sein Team nicht entmutigen: Nicht nur aller Anfang ist schwer, auch jeder Neustart hat so seine Tücken, und bisweilen dauert es eben etwas länger, bis die eine oder andere Sache ins Rollen gerät. In diesem Sinne: Volle Kraft voraus auf den Jubiläums-Life Ball 2018!

Im Gegensatz zum Life Ball war die Pause, die die Vienna Pride im Vorjahr eingelegt hat, unbeabsichtigt: Wegen des Public Viewings zur Fußball-Europameisterschaft musste man auf den Rathausplatz verzichten und konnte in gebotener Eile keinen geeigneten alternativen Austragungsort finden; das von der HOSI Wien aus dem Boden gestampfte, zweitägige Regenbogendorf im Sigmund Freud Park war zwar gut gemeint, dem Ansturm dann aber doch nicht gewachsen.

Wie berichtet, wurde im Zuge der Vorbereitung auf die EuroPride 2019 eine „Stonewall GmbH“ gegründet, um die Interessen von HOSI Wien und CSD Vienna auf einen Nenner zu bringen; als Geschäftsführer wurde dabei der Australier Ian Goudie installiert. Wozu es ausgerechnet eines nicht Deutsch sprechenden Australiers bedarf, um Wien & den Wienern zu erklären, wie Pride & Parade zu funktionieren haben, weiß wohl bis heute niemand, zumal Ian Goudie nur wenige Wochen vor dem Pride-Geschehen von seiner Position „abberufen“ und durch Katharina Kacerovsky (zugleich Obfrau des CSD Vienna) ersetzt wurde. Nicht die besten Vorzeichen also – und was aus dem Umfeld von Teilnehmern an diversen „Koordinations-Meetings“ zu vernehmen war, ließ auch nicht unbedingt Gutes erahnen…

Insgesamt hat dann aber heuer am Rathausplatz trotz neuer Leitung doch alles einigermaßen funktioniert; und natürlich heißt es auch hier „Learning by Doing“: Bis zur EuroPride 2019 bleiben ja schließlich sogar noch ganze zwei Jahre Zeit!

Die Redaktion