DAS EDITORIAL

Happy Pride?!

Wie berichtet, wurde im Zuge der Vorbereitung auf die EuroPride 2019 seitens der Homosexuellen Initiative Wien die „Stonewall GmbH“ gegründet; diese soll die Anliegen von HOSI Wien und CSD Vienna – also Regenbogenparade & Celebration einer- und Pride Week & Vienna Pride andererseits – auf einen Nenner bringen.

Damit auch alles klappt, hat man sich schon für heuer die Latte sehr hoch gelegt: Die Pride Week startet diesmal bereits Freitag, 9. Juni, mit der Queens Werq the World Tour 2017 im Gasometer; tags darauf – zugleich auch der Termin für den 24. Life Ball – soll es einen Pride Day im Prater mit abschließenden Pride Partys in ausgewählten Szene-Locations geben, während am Sonntag Regenbogentag im Tiergarten Schönbrunn angesagt ist. Am Montag und am Dienstag warten dann im Top-Kino Queer Film Nights, am Dienstag zudem auch eine Drag-Führung im KHM, bevor am Mittwoch das Pride Village am Rathausplatz eröffnet werden soll: Hier gilt es, als zu erwartende Höhepunkte ein Trachtenfest sowie die Night of Color with Austria’s Next Top Drag Queen zu nennen; Führungen durch die Kunsthalle und die Universität runden das Geschehen ab. Am Samstag, 17. Juni, startet dann beim Rathausplatz um 14:00 Uhr die 22. Regenbogenparade, die gegen die Fahrtrichtung rund um die Innenstadt führt, ehe sie wieder am Ausgangspunkt endet, wo abschließend die Celebration statthaben soll.

So weit, so gut, nur: All diese Basisinformationen sind seitens der Veranstalter nicht an XTRA! herangetragen worden. Wir stützen uns somit auf Fremdmedien und Homepages, wobei auf der Website des Vereins CSD Vienna überhaupt keine Information zur Vienna Pride 2017 zu finden ist und auf der Seite der HOSI Wien die Bewerbung der Regenbogenparade im Zentrum steht und die weiteren Termine etwas mühsam zu erkunden sind.

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen gab es jedoch vorab etliche besorgte Kommentare, was den Verlauf diverser „Koordinations-Meetings“ anbelangt; da war von einem völlig zerstrittenen Haufen an „Gesprächspartnern“ die Rede, bei dem jeder auf jeden ohne einen Funken Solidarität neidig zu sein schien, Szene-Lokale & -Vereine fühlten sich zu spät bis gar nicht eingebunden usw. usf.

Natürlich sind das Interna, und da weiß man ja nie! Die Tatsache aber, dass es diesmal am Paradenabend im Club Auslage die Official Pride Party geben soll, während im Volkstheater eine Women’s Pride Night steigt, verbunden damit, dass am Sonntag nach der Parade, dem 18. Juni also, in zwei unterschiedlichen Einrichtungen jeweils zu einem schwulen bzw. einem lesbischen Brunch geladen wird, lässt – in Zusammenhang mit vielen anderen Puzzle-Teilen – gelinde gesagt nichts Gutes erahnen.

Many Colours – One Community?! Schau’n wir mal, dann seh’n wir’s eh…

Die Redaktion