Zeit zu feiern und zu klagen

Am 29. Mai gab’s in der Kaiserstadt Anlass für Blasmusik und Enthüllung einer Büste vor dem Lehar-Theater: Helmut Berger (als Steinberger geboren) ließ sich als 75er feiern – nach dem Zauner-Stollen wohl die süßeste Verführung, die in Ischl je das Licht der Welt erblickte. Der in und ohne Ehren ergraute einstige „schönste Mann der Welt“ steht weiterhin zu seinem exzessiven Lebensstil: „Mit jedem Tag erhöht sich die Zahl derer, die mir so was von scheißegal sind.“ Nicht egal dürfte ihm aber eine 2015 gedrehte Doku – „Helmut Berger, Actor“ – über sein Leben sein. Am 24. Juni kam er im Rollstuhl ins Salzburger Landesgericht und klagte Regisseur Andreas Horvath auf Unterlassung der Weiterverbreitung und auf Schadenersatz. „Der Film hat mir schon sehr geschadet“, ließ er die Zivilrichterin Ursula Mühlfellner wissen. Trotz zweier Unterschriften will Berger von den inkriminierten Aufnahmen nichts gewusst haben. Laut Klage seien Teile des Films ohne Bergers Wissen gedreht worden und würden ihn in seiner „Menschenwürde beeinträchtigen“. Er sei als „selbstzerstörischer, hemmungsloser und verwahrloster“ Mensch dargestellt worden. Der Streitwert beträgt 103.000 Euro.